Zeit hat man oder nicht. Die meisten hier haben keine. Zeit vergeht linear und kommt nicht wieder. Als ich noch ein kleines Kind war verging die Zeit schmerzhaft langsam. Jetzt fängt sie an zu rasen. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit. Welche Reihenfolge stimmt? Und ist die Gegenwart überhaupt ein Zeitpunkt? Ist sie jetzt nicht… [Weiterlesen…]
Vor nicht all zu langer Zeit habe ich abends auf Arte die Sendung Tracks gesehen. Etwas in dem undurchdringlich schönen Chaos aus Popkultur & Co. ist mir sofort aufgefallen: das Wort indie. „Ganz klar, was das ist. Gehört zu meinem aktiven Wortschatz. Indie, halt“, dachte ich sofort. Dann begann ich nachzudenken… Tracks lief derweil weiter… [Weiterlesen…]
Die kleinen einstöckigen Hütten der Stadt Gottes stehen in Reih und Glied. Sie sind sandfarben, wie die staubigen Straßen, die die Favela schachbrettmusterartig bis an den Horizont in immer kleiner werdende Quadrate aufteilen. Im gleißenden Sonnenlicht Rios erstreckt sich die Stadt Gottes bis ins scheinbar Unendliche. Es herrscht Ordnung, so scheint es, Ordnung und Armut.… [Weiterlesen…]
Auf leisen Pfoten schleicht sie herein. Sie stellt ihren übergroßen Kaffeebecher auf den Boden neben sich und setzt sich auf den Sitz, der meinem schräg gegenüber liegt. Die Türen schließen sich und die Bahn ruckelt langsam los. Vorsichtig blickt sie sich um. Als ihr Blick den meinigen streift, lächelt sie kurz. Wissend und schüchtern blickt… [Weiterlesen…]
Was geschieht wenn wir einmal alles herumdrehen? Gegen den Strom schwimmen, der Konvention die Stirn bieten, Erwartungen enttäuschen, Regeln ignorieren? Das Leben in die Hand nehmen, mit Katzen sprechen und Menschen treffen, die rückwärts leben und deren größte Angst es ist, ein Kind zu werden? Der Held aus Seeleben I tut genau das. Er entschwindet… [Weiterlesen…]
Auf der Suche nach bislang ungelesen gebliebenen Büchern stieß ich in meiner eigenen Bibliothek auf Goodybe Lemon von Adam Davies. Den Roman hat mir mein Vater vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt und liegt seitdem unbeachtet auf meinem Zu Lesen-Stapel. Goodybe Lemon ist ein gutes Buch, ein lesenswertes sogar, es hat nur einen Fehler: Es… [Weiterlesen…]
Auf dem einzigen unbesetzten Stuhl liegt die Bunte. Wie jeder der anderen sechs Patienten schiele ich heimlich zum Klatschblättchen und überlege mir, ob ich standhaft bleibe, wenn ich noch eine weitere Stunde in diesem winzigen Wartezimmer verbringen muss, in dem sich langsam die Keime von dem übergewichtigen Mann verbreiten, der hustend neben der Stereoanlage vegetiert.… [Weiterlesen…]
In meiner Stadt gibt es ein kleines Flüsschen mit viel Grün und Steinen im Wasser, auf denen man herumklettern kann. Und mit Entenfamilien und Baumzweigen, die bis ins Wasser reichen und wie kleine höhlenartige Verstecke für lesehungrige Mädchen mit heißen Sommerfüßen sind. Eigentlich laufe ich gerne an dem kleinen Flüsschen in meiner Stadt entlang, liege… [Weiterlesen…]
Manchmal tauche ich ab. Wegsein. Alleinsein. Auf der Suche. Und dann tauche ich nach Worten. Ich stoße unter die Oberfläche und wühle mich durch unsichtbare Strömungen, die Seerosenwurzeln zerren an meinen Beinen, ich halte den Atem an, irgendwo müssen sie doch sein, die Worte. Sie sind so ach bedeutungsschwer, vielleicht sind sie deshalb auf den… [Weiterlesen…]
Es ist wie ein Rausch. Im Frankfurter Flughafen lehne ich an einen Spanholzzaun mit T-Mobile-Werbung und versuche nicht einzuschlafen. Wie immer habe ich meinen Anschlussflug verpasst, wie immer schlage ich dort die Zeit tot, wo ich anderen im Weg bin, aber zum Gate lässt man mich noch nicht, zu weit in der Ferne der nächste… [Weiterlesen…]
Dezember 14, 2011 vonhannaan
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